Andacht zum Sonntag den 19.04.2020

Ich lade herzlich ein, an unserem Telefongottesdienst teilzunehmen. Ich orientiere mich an den
Liedern dieser Vorlage. Die abgedruckten Lieder können mitgesungen oder gebetet werden.
Der Gottesdienst am Sonntag beginnt um 10 Uhr.
Ab 9.50 Uhr bin ich am Telefon.
Die Teilnahme erfolgt so:
1. Telefonnummer wählen: 03092039901
2. Ansage abwarten.
3. Nummer des sog. Konferenzraumes eingeben
und mit der Rautetaste (#) abschließen: 304022#

Lied zum Singen oder Beten:

Wir danken dir, Herr Jesu Christ EM 232

1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, / dass du vom
Tod erstanden bist / und hast dem Tod zerstört sein
Macht / und uns zum Leben wiederbracht. / Halleluja!

2. Wir bitten dich durch deine Gnad: / Nimm von uns
unsre Missetat / und hilf uns durch die Güte dein, /
dass wir dein treuen Diener sein. / Halleluja!

3. Gott Vater in dem höchsten Thron / samt seinem
eingebornen Sohn, / dem Heilgen Geist in gleicher
Weis / in Ewigkeit sei Lob und Preis! / Halleluja!

T: Nikolaus Herman 1560 (Str. 1); Thomas Hartmann 1604 (Str. 2); Kaspar
Stolzhagen 1591 (Str. 3) / Halberstadt 1673 / M: Nikolaus Herman 1560 / S: Nach
Gotthart Erythraeus 1608


Gebet

Vater im Himmel, du hast Jesus Christus auferweckt.
Mit ihm hast du uns zu einem neuen Leben und einer
neuen Hoffnung berufen. Dafür preisen wir dich.
Wir bitten dich: Mache uns zu Menschen der
Hoffnung, dass wir Hoffnung leben und weitergeben.
Stärke uns gegen alle Verunsicherung und Mattheit.
Mache uns Mut gegen Mutlosigkeit. Bewahre uns vor
Selbstbezogenheit. Schenke uns deinen Geist und
den Blick auf dich und deine Macht.
Das bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen!

Lied zum Singen oder Beten

Lasst uns mit Jesus auferstehn EM 442

1. Lasst uns mit Jesus auferstehn, / mit ihm den Weg
zum Leben gehn, / der, seine Welt zu retten, starb, /
der lebt und Leben uns erwarb, / der siegreich stieg
zum Licht empor / und diesen Tag für sich erkor.

3. Wir bringen dar, was Gott gehört, / im Dankgebet,
das ihn verehrt; / wir hören freudig auf sein Wort /
und künden dankbar fort und fort / den Tod aus
Liebe, den er litt, / als er das Leben uns erstritt.

T: Charles Wesley 1763 ("Come, let us with our Lord arise") / Dt: Walter Klaiber
1986 / M: William Matthews vor 1796 / S: "Hymns and Psalms" 1983


biblische Lesung

aus Jesaja 40,26-31

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat
dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus
und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und
starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.

27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel,
sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und
mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«?

28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der
HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde
geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein
Verstand ist unausforschlich.

29 Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug
dem Unvermögenden.

30 Männer werden müde und matt, und Jünglinge
straucheln und fallen;

31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue
Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler,
dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie
wandeln und nicht müde werden.

Impuls

Liebe Schwestern und Brüder! 

1. Was mich gerade bewegt:

Gute Nachrichten: Gottesdienste bis zu 15 Personen
sollen wieder möglich sein. Ich weiß zwar noch nicht,
wie das gehen soll. Wir sind ja in der Regel mehr als
15 Gottesdienstteilnehmende. Aber es ist ein Anfang.
In manchem Telefongespräch habe ich in den letzten
Tagen die Sehnsucht gespürt, sich wieder treffen zu
können, Gottesdienste wieder gemeinsam zu feiern.
Die Idee mit dem Telefongottesdienst ist gut. Aber
auf lange Sicht ist es ja auch kein Ersatz. Kommt
jetzt der Einstieg in den Ausstieg? Wie geht es
weiter? Ich selber nehme ja teil an der Unsicherheit.
Und manchmal ist es richtig runterziehend.

Was entdecke ich am biblischen Abschnitt?

Jesaja hat ganz anderes zu verkündigen.
"An die Verunsicherten" könnte eine Überschrift
heißen. Oder "An die müde Gewordenen" oder "An
die Flügellahmen" oder "An die Frustrierten".
Schaut auf Gott, schaut auf seine Macht. Schaut auf
seine Möglichkeiten. Ihr seid ihm nicht egal. Selbst
dort, wo ihr den Mut verliert, wo euch die Kräfte
schwinden und die Hoffnung immer kleiner wird,
findet er neue Wege und schenkt neue Kraft.
Als Israel vor 2500 Jahren diese Worte das erste Mal
hörte, werden die Menschen nur ungläubig hingehört
haben. Denn die Hoffnung hatten sie längst
aufgegeben. Ihr Exil dauerte nicht nur Wochen,
sondern Jahrzehnte. Dass sich da noch mal
irgendwas ändern würde, glaubten wohl die meisten
nicht. Aber Gott meldet sich, er meldet sich zu Wort
und später mit Taten. Und die Menschen können
zurückkehren in ihr Land, in ihr Leben und in ein
neues Verhältnis zu ihrem Gott.
Gottes Taten begründen die Hoffnung. Ja, es sind
aufmunternde Worte. Aber dahinter steht mehr.
Dahinter steht Gottes Handeln.
Als ich diese Zeilen las, dachte ich an einen Stein. Er
steht unten im Flur auf einem Schrank. Einer meiner
Neffen hat ihn uns einmal geschenkt. Auf den Stein
hat er die Worte "Gott hilft" eingraviert. Ich laufe
jeden Tag an dem Stein vorbei. Manchmal sehe ich
ihn, manchmal nicht. Wie das eben so ist. Und dann
bekommt so ein Stein plötzlich eine neue Bedeutung.
Ich sehe den Stein und denke: He, das ist doch
verrückt. Dieser alte Stein erzählt dir etwas von Gott.
Der Stein ist uralt. Ich habe keine Ahnung, wie alt er
wirklich ist. Aber ich weiß - er hat ihn geschaffen,
damals vor langer Zeit. "Wow". Unglaublich.
Und damals vor 2500 Jahren war er auch dabei -
dort bei den Israeliten in ihrem Exil. Und vor 2000
Jahren, als Jesus am Kreuz starb, da hat er sich
auch deutlich zu Wort gemeldet und ihn auferweckt.
Und heute - heute ist er genauso da.
Was wir erleben, ist nicht nur anstrengend für den
eigenen Alltag. Es ist auch sehr traurig. Eine
Krankheit rast um die Erde. Viele Menschen sterben
daran. Und viele Menschen müssen das miterleben,
verlieren Menschen an ihrer Seite. Ich denke an die
Menschen in den Pflegeberufen. Was müssen sie
jetzt mittragen? Aber auch - welchen Ängsten sind
sie selber ausgesetzt?
Gott blieb nicht nur den Israeliten damals rätselhaft.
Er ist es bis heute. Aber das ist nur die eine Seite.
Die andere Seite ist seine Zusage: Ich sehe euch,
ich sorge mich um euch. Ich bin für euch da. Ich
gebe euch neue Hoffnung und neue Kraft.
Ostern haben wir gefeiert. Für mich wird dieses
Osterfest auch als der erste Gottesdienst in meine
Erinnerungen eingehen, den wir per Telefon gefeiert
haben. Aber wir haben ihn gefeiert. Wir haben uns
den Ostergruß zu gesprochen "Der Herr ist
auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden."

Was ich mitnehme !

Wir halten daran fest, was er uns zusagt. Ich sehe
euch, ich sorge mich um euch. Ich bin für euch da.
Ich gebe euch neue Hoffnung und neue Kraft.
Das sagt uns der, der schon am Anfang der Welt
dabei war - siehe Stein. Das sagt uns der, der Israel
aus dem Exil geführt hat. Das sagt uns der, der
Jesus von den Toten auferweckt hat. Wie heißt doch
der neue Wochenspruch:
"Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus
Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit
wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung
durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten."
(1.Petr.1,3)
"Wiedergeboren zu einer Hoffnung". Kürzlich las ich
zu dem Vers sinngemäß die Worte: Wir sind nicht nur
erfüllt von Hoffnung. Wir haben nicht nur Hoffnung,
wir "sind Hoffnung".
Jeder von uns und wir alle gemeinsam sind
Hoffnung, 'lebendige Hoffnung'.
Vor einigen Jahren war es mir vergönnt, in Taizé bei
der sogenannten Lichternacht dabei zu sein.
Tausende feierten diesen Gottesdienst. Es begann
mit einer einzelnen Kerze. Mehr und mehr kamen
hinzu. Am Ende war die Kirche ausgeleuchtet mit
Kerzenschein der vielen Teilnehmenden.
Auch wenn unser Zusammenleben noch
eingeschränkt ist und wohl auch noch eine Weile
eingeschränkt bleiben wird, so sind wir von Ostern
her doch Hoffnungsmenschen, die diese Hoffnung
weitergeben wie solches Kerzenlicht. Nicht immer
müssen es solche großen Sachen sein wie damals in
der Kirche in Taizé.
Hoffnung schöpfen und lebendige Hoffnung sein -
das steht uns als Christen gut an, ganz gleich, in
welcher Lage wir uns gerade befinden. Wir sind
lebendige Hoffnung, Hoffnungslichter, manchmal
stark und hell, manchmal klein und unsicher,
manchmal strahlend und manchmal nur eine kleine
Funzel, aber immer gegen Finsternis und Tod.
Bleibt uns Gott auch rätselhaft und unerforschlich, so
bleibt er uns doch nahe, erst recht in schwieriger
Zeit.
Ich denke, eine unserer besonderen Aufgaben jetzt
ist das Gebet. Beten ist ein Zeichen der Hoffnung.
Wir lassen "die Flügel" nicht hängen, sondern
schauen mutig auf Gottes Möglichkeiten. Ich habe
vorhin von den Menschen in der Pflege geschrieben.
Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte brauchen
unser Gebet. Die Menschen, die durch das Virus
Menschen verloren haben, brauchen unser Gebet.
Die Einsamen brauchen es und viele andere. Macht
euch eine Liste. Ihr werdet schnell merken, wie lang
sie wird. Und egal, wie es weitergehen wird - wir sind
Menschen der Hoffnung.

Stille Zeit

Nimm dir den Abschnitt noch einmal her. Vielleicht
helfen dabei wieder die drei Fragen bzw. Impulse.
1.Was mich gerade bewegt!
2.Was ich am Bibelabschnitt entdecke!
3.Was ich für mich mitnehme! Nimm dir etwas Zeit!

Besinnung

Dietrich Bonhoeffer dichtete und betete in schier
auswegloser Situation:
Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, / die
du in unsre Dunkelheit gebracht, / führ, wenn es sein
kann, wieder uns zusammen. / Wir wissen es, dein
Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, / so lass
uns hören jenen vollen Klang / der Welt, die
unsichtbar sich um uns weitet, / all deiner Kinder
hohen Lobgesang. (EM 100)

Gebet:

Wofür kann ich jetzt danken?
Was brauche ich jetzt?
Worum möchte ich bitten?
An wen denke ich jetzt. Für wen möchte ich beten?

Vaterunser

Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen

Lied zum Singen oder Beten:

Er ist erstanden, halleluja EM 238

1. Er ist erstanden, Halleluja. / Freut euch und singet,
Halleluja, / denn unser Heiland hat triumphiert, / all
seine Feind gefangen er führt./

Refrain
Lasst uns frohlocken vor unserem Gott, / der
uns erlöst hat vom ewigen Tod. / Sünd ist vergeben,
halleluja. Jesus bringt Leben, halleluja.

5. Er ist erstanden, hat uns befreit; / dafür sei Dank
und Lob allezeit. / Uns kann nicht schaden Sünd
oder Tod, / Christus versöhnt uns mit unserm Gott./

Refrain
Lasst uns frohlocken vor unserem Gott, / der
uns erlöst hat vom ewigen Tod. / Sünd ist vergeben,
halleluja. Jesus bringt Leben, halleluja.

Erstellt von P. Olf Tunger am Ostersonntag 2020 für einen Hausgottesdienst,
Kontakt: 037341 2054 o. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


(Erstellt von P. Olf Tunger am 19. April 2020 für einen Hausgottesdienst, Kontakt: 037341 2054 o. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)